Die besondere Herausforderung: Mountainbiking als Gehörlose

Für Menschen, die taub sind, ist das Sehen umso wichtiger. Vom Orientieren bis zum Sprechen funktioniert alles über die Augen. Klar ist, dass Gehörlose die Sport treiben, besonderes Wert auf Equipment legen, die das Sehen unterstützen. Aus diesem Grund hat SIGMA SPORT Sandra und Jörg Schlund Testmaterial zur Verfügung gestellt. Hier ist ihr Bericht:
„Hallo, ich bin Sandra und mein Mann ist Jörg Schlund. Wir sind beide von Geburt an gehörlos und leidenschaftliche MTBer/in. Zusammen mit unseren gehörlosen Freunden, davon 10 bis 15 MTB-Freunde aus dem Raum Baden-Württemberg: Ludwigsburg, Heilbronn, Heidelberg, Stuttgart, Freiburg und Ulm, radeln wir fast wöchentlich kleinere und mittlere Touren. 5 bis 7 mal im Jahr fahren wir aber auch große Touren wie Stromberg-Heuchelberg Naturpark, Odenwald, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Allgäu, Österreich, Italien usw… und 1x im Jahr Transalp.
Gerne zeigen wir unsere Bilder vom z.B. Ultra-Bike-Blackforest: 88 km und 2300 Hm. P.S.: Alle gehörlose MTBler haben es bis zum Ziel geschafft.
Unsere sportliche Leistungsfähigkeit wird in keiner Weise wegen Taubheit beeinträchtigt. Während der MTB-Fahrt kommunizieren wir ausschließlich mit Gebärdensprache. Dabei muss man aber kurz zum Gebärden, den Lenker loslassen, was manchmal, bei schneller und steiniger Abfahrt recht spannend ist.
Die Lautsprache kommt nur zum Einsatz, wenn wir in der Öffentlichkeit bewegen wie beispielsweise beim Einkaufen – Urlaub in anderen Ländern machen, oder mit anderen Hörenden kommunizieren.
Ein Problem stellen auch Bike-Marathonwettkämpfe für uns dar, da Aufrufe über Mikrofone, Start, Änderung und Siegerehrung an uns manchmal aus Unwissenheit vorbeigehen, da wir diese Aufrufe nicht hören können, und die Veranstalter unsere Behinderung nicht wahrnehmen.
Entscheidend für uns ist, dass keine Berührungsängste untereinander vorhanden sind. Vor allem ist hier Tolerenz, Offenheit und Neugier gefragt umso eine Brücke zwischen beiden Welten aufbauen zu können.
Wir alle sind visuell stark geprägt und nehmen jede einzelne Bewegung wahr. Wir lesen von den Lippen ab und die Mimik ist eine ganz besondere Sache, die den Ton eines Hörenden ersetzt. Durch diese ständige Augenschulung sind wir in der Lage, meist schneller als Hörende, plötzlich auftretende Gefahren und Hindernisse visuell zu erkennen und umzusetzen. Was bei einem Trial sehr von Vorteil ist.
Daher ist es für uns äußerst wichtig, auch bei schlechten Lichtverhältnissen immer möglichst viel zu sehen, denn wir hören die Gefahr nicht, wir sehen sie nur.
Unter dieser Prämisse sind wir immer auf der Suche nach neuen, leistungsfähigen Lampen für unsere Touren, da das Licht wie oben beschrieben, die Stimme und das Ohr ersetzen muss.

Sandra und Jörg Schlund beim Mountainbiken. Foto: Privat

Vielen Dank an dieser Stelle, an die Firma Sigma, weil wir die Möglichkeit bekommen haben, Testprodukte auszuleihen und vor Ort diese auf die Tauglichkeit und die Anpassung für unsere Touren zu prüfen.
Zum Test hatten wir: POWERLED EVO, KARMA EVO und CUBRIDER 1 und kamen zu folgendem Urteil:
POWERLED: Spitze! Sehr starke und weite Ausleuchtung im Dunkeln. Die Ausstattung und Material ist durchdacht, und sehr gut verarbeitet. Der integrierte Blinkmodus ist ideal für uns Gehörlose, als ein Art Kommunikationsform „Stop“. Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Der Nachteil ist das Tragen dieses Gerätes auf dem Helm ist etwas schwer.
KARMA: Ein sehr praktisches und kleines Gerät. Es lässt sich auf den Lenker befestigen und sorgt für gute Beleuchtung auf Tourenwege. Die Ausstattung und Material sind gut.
CUBERIDER 1: Einfach und praktisch montierbar. Sorgt ebenfalls für eine gute Belichtung.
Gesamturteil: Wir würden die Geräte kaufen, die POWERLED für den Helm und KARMA für den Lenker. Beide lassen die Dunkelheit zum Tag machen und die Ausleuchtung lässt sich wunderbar steuern, und sorgt für ein unfallfreies und angenehmes Radeln auf allen Wegen. Die breite Ausleuchtung der Umgebung, die die Powerled bietet, ermöglicht uns schnell sämtliche Gefahren, auch von der Seite aus kommend visuell zu erkennen, und rechtzeitig.”

 

SIGMA SPORT
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