Vom Dachstein bis nach Colorado: Renn-Abenteuer auf dem MTB

Freizeit, Bewegung, Sport und Naturerlebnis sind immer wieder Wörter, die genannt werden, wenn Menschen beschreiben, in welchem Zusammenhang sie Produkte von SIGMA SPORT verwenden. Manche verdienen als Profisportler ihr Geld und einige Fans von SIGMA suchen das Extreme, die Herausforderung im Sport, in der Natur, den Kampf mit sich selbst. Zwei von ihnen werden hier vorgestellt: Sabina Loacker und Andreas Stückler aus Österreich. Beeindruckt von ihrem Vorhaben wurden sie mit SIGMA SPORT Equipment und Kleidung ausgestattet: für die Alpentour Trophy am 12.-15. Juni, die Salzkammergut Trophy am 12. Juli  und als Highlight am 9. August das legendäre Event in Leadville, Colorado.
Die Alpentour Trophy mit 208 Kilometer und 7000 Höhenmetern an vier Tagen ist mittlerweile eines der größten Mountainbike-Etappenrennen Europas für Einzelstarter. Das Rennen in der Steiermark hat sich mit den spektakulären Strecken weltweit einen Namen gemacht. Denn bei keinem anderen Mountainbike-Rennen gibt es so viele Single Trails, alpines Gelände und mit dem Dachstein ein so atemberaubendes Bergpanorama. Der Start und das Ziel der vier Etappen befinden sich im Planai Stadion in Schladming. Nur das Ziel des Einzelzeitfahrens am Freitag endet auf der „Schafalm“. Anspruchsvoll ist dieses Einzelzeitfahren am Freitag. Hier ein paar Auszüge aus Andreas Bericht: „Die Strecke beginnt mit einer steilen Auffahrt seitlich zur Planei, dann kommt schon ein Stück, das die wenigsten fahren, die meisten schieben das Rad rauf. Nach einer kurzen Abwärtspassage geht’s nur noch aufwärts, Schotterpiste und Singletrails wechseln sich ab. Teils so steil, das man schieben muss.“ Immerhin: Sabine kommt in ihrer Kategorie auf den 6. Platz, Andreas auf den 17. Nach drei weiteren harten Tagen ist Sabine im Gesamtklassement in der Sportklasse Damen auf dem 5.und Andreas dem 15. Platz. Da können wir nur gratulieren!


Ein ganz anderes Kaliber ist die Salzkammergut Trophy im Juli. 120 Kilometer und fast 4000 Höhenmeter galt es an diesem Tag zu schaffen. Es war nicht die Extrem Strecke, die fast doppelt so weit und hoch ging, aber eine enorme Herausforderung zumal das Wetter alles andere als gute Bedingungen lieferte. Sabine und Andreas haben mit ganz unterschiedlichen Widrigkeiten zu kämpfen.
Sabine: „Der erste Trail, ein Schlammbad, beim Versuch zu fahren lande ich im Dreck. Kein Problem, ich und mein Rad sind sowieso nicht mehr erkennbar. Die ersten Höhenmeter vom Salzberg sind geschafft, dann büße ich das hohe Tempo am Anfang und muss schieben. Nach einer kurzen Pause und einer deftigen Jause bei der Verpflegungsstation kommen meine Kräfte zurück. Der Regen macht auch dem Material zu schaffen. Auf Augenhöhe mit meinen Mitstreiterinnen verhakt sich ständig meine Kette. Kein Wunder – von Kettenöl keine Spur mehr. Ich will das Ziel unter 8 Std. erreichen … und das habe ich letztlich geschafft. Bedeutet Platz 8 in meiner Altersklasse. Glücklich und gesund im Ziel. Schön war´s!“
Andreas hat mit dem Wetter, dem Material und seinem Magen zu kämpfen: „Bei der Hütteneckalm stehen trotz des Dauerregens viele Zuschauer. Die Stimmung ist super. Dann geht’s durch die Ewige Wand hindurch hinunter bis nach Bad Goisern. Der Regen wird stärker, Bäche fließen auf den Straßen..Nach einer kurzen Abfahrt kommt die nächste Verpflegungsstation. Ich fülle die Flaschen auf, esse etwas und nehm noch ein Gel. Bei der folgenden Auffahrt habe ich plötzlich Magenkrämpfe. Eine Zeit lang werde ich von einigen Fahrern überholt. Ich bin froh, endlich den höchsten Punkt des Rennens zu erreichen. Beim Abwärtsfahren konnte ich mich etwas erholen. Als es wieder aufwärts ging, waren die Magenprobleme kurz weg, kamen aber wieder zurück, leider. Auf der letzten Abfahrt hatte ich noch einen Plattfuß…Während des Schlauchwechselns wurde ich wieder von vielen Fahrern überholt. Leicht frustriert fuhr ich dann Richtung Ziel, welches ich nach 7:45h erreichte. Bedeutet Platz 89 in der Kategorie M40.“

Trotz Wetterkapriolen, Materialverschleiß und Körperstreik verlieren die beiden aber nicht die Lust, sondern freuen sich auf die größte Herausforderung des Jahres: Leadville. Seit 20 Jahren findet dieses Rennen „Am Rande des Himmels“ in Colorado statt und zieht Tausende MTBler inzwischen in den Bann. 100 Meilen mit unterschiedlichen Höhenmetern gilt es vom Startpunkt in Leadville, das ja schon auf 3000 Metern liegt, zu bewältigen.
Hier der gekürzte Rennbericht von Andreas:
„Samstag, 4.30Uhr. Aufstehen, Frühstücken, Anziehen und ab zum Start. Nach der live gesungenen Nationalhymne der USA fällt pünktlich um 6.30Uhr der Startschuss für die ca. 1500 Teilnehmer. Es ist sehr kalt. Mein SIGMA ROX zeigt 0.7 Grad an. Nach ca. 3Meilen wird das Rennen freigegeben und ich bin froh, dass die Strecke anfängt zu steigen. Meine kalten Finger werden durchblutet und auch der Rest des Körpers wird gleich mal warm. Die ersten Sonnenstrahlen kommen dann auch schon über die Berge. “Nicht zu schnell Beginnen” mahne ich mich immer wieder selber, was mir auch gut geling…Dann fahren wir die berüchtigte Powerline hinunter, sandiger Untergrund, Wasserläufe und Querrinnen verhindern ein schnelleres hinunterfahren. Da wir ja die gleiche Strecke dann zurückfahren müssen, denk ich mir, ok, das geht schon, da schieb ich das Bike schnell hoch. Es sollte anders kommen.
Nach einem längeren Flachstück komm ich zur Verpflegungsstation in Twin Lakes. 100e von Familienmitgliedern, Freunden und Betreuern säumen die Schotterstraße, warten auf ihre Biker und jubeln und klatschen auch den anderen Bikern zu. Ich komm mir vor wie ein Profi, echt gewaltige Stimmung.
Ich fülle meine Flaschen auf und mach mich auf Richtung Columbine Mountain. Der längste und höchste durchgehende Anstieg,  ca. 1000hm auf eine Höhe von 3750m! Ich überhole einen nach dem anderen, obwohl ich mich noch etwas zurückhalte…Dann kommen die Führenden schon wieder den Berg auf der gleichen Straße runter. Keine Absperrung vorhanden, aber jeder weiß, dass er schön rechts fahren muss…Beim Wendepunkt ist eine Verpflegungsstation. Wieder füll ich meine Flaschen, esse etwas und begebe mich auf die Abfahrt. …Mir geht’s gut, ich fühl mich gut…Dann aber merk ich, dass ich auf einmal in meiner kleinen Gruppe nicht mehr mitkomme, nicht mal im Windschatten.
Trinken, Essen, Trinken…es nützt nichts..Keine Kraft mehr da.  Die flachen Kilometer im Gegenwind sind alleine mühselig.
Dann steh ich vor der Powerline, ein gerades Stück, 23% Steil, sandig, rutschig…Ich schieb das Rad unter der Mittagssonne hoch. Aber nicht schnell, wie gedacht, sondern Schritt für Schritt..
Eine Qual, aber ich denke, es ist ja nur kurz, ca. 200hm, dann wird’s flacher und ich kann wieder fahren. Falsch gedacht: Auch die flacheren Passagen muss ich teilweise schieben, endlos die Steigung. Dann geht’s abwärts, hurra! Nach ca. 30hm und einer Kurve geht’s wieder aufwärts. Das hab ich voll vergessen.
Wieder quälen, Schritt für Schritt, Tritt für Tritt. Einzelne Fahrer überholen mich..blöd gelaufen, denk ich mir.
Soll ich aussteigen? Nein, das hab ich noch nie gemacht und will ich auch nicht! also weiter rauf. Dann die Erlösung, endlich geht’s länger runter, ich kann mich erholen. Die restlichen 30km sind alles nur flachere Steigungen und Gefälle auf Schotterpisten und Asphalt, hab ich in Erinnerung vom Morgen. Aber sogar Steigungen um die 7% tun weh, richtig weh..Ich senk meinen Kopf und trete und zähl die Kilometer.
Immer wieder stehen Zuschauer am Straßenrand und feuern einen an und jubeln und klatschen. Dann der letzte Hügel hinein in die Stadt, gleich werd ich das Ziel sehen. Das Bild, das ich sehe, als ich über den Hügel fahre und das Ziel in ca. 600m Entfernung sehe ist gewaltig: Es geht kurz bergab, dann flach ansteigend hinauf ins Ziel. Ein roter Teppich ist sichtbar, 1000e Zuschauer machen eine Bombenstimmung auf den letzten 200m, sie rufen einem zu, applaudieren, mir läuft’s kalt den Rücken runter…Ich hab’s geschafft!
Das berüchtigte Leadville 100MTB-Rennen.
Was für eine Erfahrung.. 9h 26min, Platz 142 in meiner Kategorie von 490.
Ich hol mir bei der Zielverpflegung viel zum Trinken und Essen, setzt mich hin und warte auf Sabine.“

So ein bisschen verrückt muss man ja schon sein, um so etwas zu machen, aber wir ziehen den Hut vor so viel Leidenschaft für den Sport. Weiter so!

SIGMA SPORT
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