Bikepacking Italy – ein Reisetagebuch

Die beiden Brüder Simon und Thomas Becker berichten über ihre Teilnahme bei einem ganz besonderen Bikepacking Trip durch in einer der schönsten Regionen Norditaliens, den sie gemeinsam mit dem ROX GPS 11.0 und BUSTER 2000 absolviert haben. Der Romagna Bike Trail ist ein sogenanntes “unsupported bikepacking adventure”  und führt via GPS-Track aus Ravenna auf einem von zwei Wegen über eine Strecke von ca. 370 km bei ca. 6.000 Hm durch die Emilia-Romagna. Eine Gravel-Tour durch magische Pinien-Wälder entlang der Adria, über alte Römerwege am Po Delta, vorbei an der Kunst einiger der schönsten UNESCO-Stätten.

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Tag 01 – here we go!

Nach dem Start auf der zentralgelegenen Piazza del Popolo in Ravenna galt es circa 150km in Richtung Berge zurückzulegen. Da es sich hier um einen Gravel-Event handelt, wurde fast ausschliesslich Offroad gefahren.

Meist haben wir die Landschaft auf den Deichen zwischen den angrenzenden Feldern und der lokalen Lagune durchquert. Was wir nicht wussten, hier leben tatsächlich Flamingos. So hiess es die ersten Kilometer, Staub fressen – weissen Staub. Dadurch dass es die Wochen vorher sehr trocken war, waren wir und unser Material – das Display des ROX GPS 11.0 – kaum noch lesbar – bereits nach den ersten Metern durch und durch mit weißem Puder bedeckt.

RBT_Day02_1Da wir von den Organisatoren wussten, dass es möglich ist im “Rifugio Ca’ Carnè” – einer Berghütte – unterzukommen, wollten wir diese als unser Etappenziel erreichen. Aber nach drei Platten (diese verfluchten Dornenbüsche, wir waren nicht die einzigen Opfer, unterwegs trafen wir immer wieder Flickende) und dem zeitigen Einbruch der Dunkelheit, in der wir „Monte Mauro“ dank unseren BUSTER 2000 Lampen sicher überquerten, und einer freundlichen, wie spontanen Einladung einer Familie, die mit Freunden auf ihrem kleinen Weinberg kampierten, blieben wir dort – eingeladen zu Wein, Bier und Grillgut. Also schliefen wir doch in unseren Schlafsäcken auf der kleinen Farm, wohlwissend von den Wildschweinen in der Gegend.

Kleine Randnotiz: Respekt an den Kerl mit dem alten “Olivieri” Rad seines kürzlich verstorbenen Vaters. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Willenskraft und ein bisschen Kondition einen weiter bringen kann als das teuerste Equipment.
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Tag 02 – let’s roll!

Dadurch, dass wir an einem Weinberg geschlafen haben, mussten wir uns natürlich morgens noch vergewissern, wie die Trauben gepflückt werden. So verbummelten wir natürlich etwas Zeit, so dass wir erst nach 9 h mit der beginnenden Hitze die kommenden Anstiege angehen konnten, ein klassischer „errore tedesco“!

RBT_Day02_6Aber so oder so – wir schafften es 1.800 Hm zurückzulegen, fanden so wunderschöne Ausblicke auf die tolle Landschaft der Emilia-Romagna. Der zweite Tag endete in “San Benedetto in Alpe”, wieder bereits in der Dunkelheit, den Downhill zum Campingplatz machten wir dann wieder mit kraftvoller BUSTER Beleuchtung. Dort angekommen belohnten uns hervorragende Pizza und das obligatorische “Birra”.

Unsere spartanische Ausrüstung umfasste bewusst kein komplettes Zelt, so waren wir die “Weirdos” mit unserem Tarp zwischen den anderen Langzeit-Campern.

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Tag 03 – climbing the peak!

Von dem Campingplatz aus – dieses Mal früh genug, bevor die ermüdende Hitze uns erwischte – pedalierten wir durch die Wälder und planten die Hütte “Rifugio Le Fontanelle” zur Mittagszeit zu erreichen, um dort die größte Hitze zu pausieren.

Als wir dort ankamen, trafen wir Stefano, einen anderen Mitfahrer, der dort gerade eine ordentliche Portion Spaghetti Bolognese aß. Natürlich mussten wir dem folgen und die vorhandenen Hängematten zum Mittagsschlaf nutzen. Allerdings wurde der Himmel immer dunkler und wir wurden unsicher, ob die Wettervorhersage des annahenden Gewitters nicht doch stimmen sollte.

So brachen wir doch zügiger auf, um die meisten Kilometer noch im Trockenen zu schaffen. Wir hatten Glück und kamen mit den ersten Regentropfen in Premilcuore an, als wir den “Agriturismo Ridolla” passierten, überzeugten wir uns gegenseitig von der Idee, doch dort zu schlafen, und vor allem zu großartig essen.

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Tag 04, letzter Tag – gettin’ it done!

Mit dem Start in Premilcuore dachten wir, es wären nur noch leichte 120km abzuspulen, ohne großartige Höhenmeter…

Aber direkt nachdem wir das Dorf verlassen haben, kam der erste Anstieg, der uns nach den ersten Metern schieben ließ. Auch wenn der ROX GPS gar nicht so viele Steigungsprozente anzeigte, tat die aufsteigende Sonne ihr übriges. Wir wussten gar nicht wie oft wir Wasser nachfüllen sollten.

Glücklicherweise gab es unterwegs genug Bauernhöfe oder öffentliche Quellen mit Trinkwasser. Erneut wurden wir von Stefano begleitet, den wir am Ortsausgang von Premilcuore getroffen hatten, aber – ehrlich gesagt – nicht wieder von ihm eingeholt werden wollten, als persönliches Ziel – Ansporn muss ein. Wir passierten “Monte Busca”, einen kleinen, aber noch aktiven Vulkan, den “Passo del Monte Trebbio”, mit seinem “Pantani” Denkmal und waren am Ende als 8. Platzierte im Ziel.

Zur Information: der Erstplatzierte auf der längeren Route (600 km bei 12.000 Hm) brauchte nur 46 h – “incredibile”!

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Nasrin Mir Shakkeh
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