Leon Echtermann Challenge
Teams, Training

300 Kilometer mit 300 Watt: Die Leon Echtermann Challenge

Der Corona-Lockdown bringt so manch ambitionierten Sportler auf verrückte Ideen. Das beste Beispiel dafür ist Rennrad-Profi Leon Echtermann von den Maloja Pushbikers, der vor kurzem eine ziemlich abgefahrene Challenge ins Leben rief. Im wahrsten Sinne des Wortes. 300 Kilometer mit einer Durchschnittsleistung von 300 Watt. Gemessen mit dem ROX 12.0. Wir haben ihn dazu interviewt.

SIGMA SPORT: Leon, wie kam es zu der Idee einer solch extremen Herausforderung?

Leon: Das war Corona geschuldet, wo eigentlich jeder auf verrückte Ideen kam. Ich bin mit ’nem Freund aus Spaß immer mal wieder 300 Watt gefahren, bis irgendwann mal knapp 290 Normalized Power auf dem ROX 12.0 stand. Ich hab mit meinem Teamchef telefoniert, der auch nach verrückten Ideen gesucht hat und der meinte „dann fahr doch mal 300 mit 300 Watt im Schnitt“.

SIGMA SPORT: Und du dachtest, klar warum nicht?

Leon: Ich hab dann nochmal mit unserem sportlichen Leiter telefoniert und er hielt das für eine gute Idee sich selbst herauszufordern. Nach dem Motto: Wenn es sowieso noch so lange bis zu den nächsten Rennen dauert und man nicht „vernünftig“ trainieren muss, dann kann man auch einfach mal Spaß haben.

SIGMA SPORT: Wie haben Freunde und Teamkollegen dazu gesagt?

Leon: Die Resonanz war eigentlich durchweg positiv. Die meisten haben gesagt ich bin total bescheuert aber es haben eigentlich alle gefeiert.

ROX 12.0 LE
Alle Daten im Blick, eines der wichtigsten Hilfsmittel war für Leon Echtermann unser ROX 12.0 SPORT

SIGMA SPORT: Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Leon: Ich hab mich gar nicht vorbereitet. Es war ja genau das, was ich die ganze Zeit im Training gemacht habe.

SIGMA SPORT: Wie sah es mit der Versorgung in den gut 7 Stunden aus?

Leon: Soweit ich mich erinnern kann, habe ich 10 Flaschen Iso, 4 Gels, und ungefähr 10 Riegel verbraucht. Nach der ein oder anderen Runde habe ich kurz am Bus gehalten um Flaschen zu tauschen. Am Anfang und am Ende ist ein Betreuer mit dem Auto mitgefahren. Und zwischendurch haben mich ein paar Teamkollegen mit dem Rad begleitet. Das war ganz gut für die Motivation am Anfang. Irgendwann war der Kopf dann einfach aus und es hieß einfach nur treten.

SIGMA SPORT: Was war dabei die größte Herausforderung?

Leon: Das war tatsächlich der Kopf. Das man einfach weitermacht. Ohne die Motivation von anderen wär’s am Ende nicht mehr gegangen. Da war es gut dass das Auto dann wieder dabei war. Die Beine waren nicht das Problem. Eher der Kreislauf und dass der Körper dicht macht. Ich konnte die Aero-Position am Ende nicht mehr halten, weswegen der Schnitt dann runter gegangen ist.

Leon Echtermann ROX 12
Folge Leon Echtermann auf Strava, hier kannst du die Aktivität sehen: https://www.strava.com/activities/3543561977

SIGMA SPORT: Wie schlimm war der Muskelkater danach?

Leon: Am nächsten Tag bin ich 1,5 Stunden gemütlich mit dem Gravel Rad gerollt. Da hat alles weh getan, außer den Beinen. Die Tage danach hab ich mich extrem fertig gefühlt aber mittlerweile geht es wieder.

SIGMA SPORT: Und damit hast du wohl erstmal genug von Extrem-Challenges?

Leon: Eigentlich nicht. Mein Wunsch ist es schon länger ein 24-Rennen zu fahren. Und gemeinsam mit meinem Teamchef hatte ich jetzt die Idee ein 24-Std. Gravel Event zu veranstalten. Mein Ziel ist es dabei einen Rekord aufzustellen. Aber wie genau der aussieht, dazu kann ich aktuell noch nichts sagen.

Porträt Leon Echtermann

Leon Echtermann ist 23 Jahre alt und bekannt dafür hohe Wattzahlen über einen langen Zeitraum zu halten. Seit 2020 fährt er für das KT-Team der Maloja Pushbikers.

>> Alle Infos zum ROX 12.0 findest du hier