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Teams, Training

Das erste gemeinsame Jahr mit Team Sunweb – Erfolgsgeheimnisse, persönliche Highlights und ein Ausblick auf die Rennsaison 2019

Es ist, als wäre es erst gestern gewesen. Im Januar 2018 haben wir unsere Partnerschaft mit Team Sunweb bekannt gegeben. Auf dem Giro d’Italia fuhr das Team dann erstmalig ein UCI World Tour Rennen mit dem ROX 12.0 SPORT am Lenker.  Jetzt, gut ein Jahr später und mit dem diesjährigen Giro vor der Tür, können wir auf die erste gemeinsame und äußerst erfolgreiche Saison zurückblicken. Angefangen bei großen Erfolgen wie Tom Dumoulins 2. Platz bei der »Tour de France« und Coryn Riveras Sieg bei »The Women’s Tour«. Bis hin zu kleineren, aber nicht minder wertvollen Siegen wie Liane Lipperts gewonnene deutsche Meisterschaft oder Michael Matthews Zweitplatzierung bei der belgischen »BinckBank Tour und noch vielen mehr.

Für uns war die Saison 2018 generell ein besonderes Highlight, da es auch die erste Rennsaison unseres neuen GPS Bike Computers ROX 12.0 SPORT an den Lenkern eines UCI World Teams war. Generell war Team Sunweb mit eines der ersten professionellen Radsportteams, das den ROX 12.0 auf den großen Touren fuhr und uns somit in den letzten Monaten wertvolle Parameter für die Entwicklung und Verbesserung von Produkten für den Radsport geliefert hat. Gleichzeitig profitiert das Team laufend von den aufgezeichneten Daten und Werten, die der ROX 12.0 liefert. Die wertvollen Erkenntnisse tragen zur Verbesserung des Trainings und damit auch der Perfomance der Fahrer bei.

Schneller Check-Up am ROX 12.0 bevor es zum Start geht

Gemeinsam Siege zu erringen und zu feiern ist schön. Essenziell für den Erfolg ist und bleibt aber ein Team als großes Ganzes. Uns war es daher wichtig, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die Menschen hinter den Berufsfahrern kennenzulernen. Wie sieht ihr Trainingsalltag aus? Was waren die persönlichen Highlights 2018 und welche Ziele haben sie sich für dieses Jahr gesteckt? Deshalb nutzten wir sämtliche Gelegenheiten, um mehr über das deutsche UCI World Team zu erfahren.

Uns hat beispielweise besonders interessiert, was aus interner Sicht den Erfolg von Team Sunweb ausmacht. Trainer und Coach Hendrik Werner hat hierzu folgende Theorie:

„Was glaube ich ziemlich viel zum Erfolg von Team Sunweb beiträgt, ist, dass wir auf die einzelnen Fahrer aus verschiedenen Perspektiven eingehen. Ein Coach spricht mit ihnen über Ernährung, der nächste über Leistungsdaten, der andere wiederum über Material und so weiter. Ein Fahrer hat so bei uns an die 11 bis 12 Schnittstellen zu verschiedensten Themen, sodass jeder Coach einen persönlichen Eindruck vom Fahrer erhält, auch als Mensch. Diese Themen und Schnittstellen laufen zusammen und ergeben so für den Fahrer ein großes Potenzial sich in vielen Bereichen persönlich weiterzuentwickeln. Ich würde sagen, dass das ein großes Erfolgsgeheimnis ist.“

– Hendrik Werner
Hendrik Werner: Trainer und Coach von Team Sunweb

Der australische Fahrer Michael Matthews macht den einzigartigen Teamspirit für den Erfolg von Team Sunweb verantwortlich:

„Wir haben einfach eine tolle Stimmung im Team. Ich habe das Gefühl, ich kann sein wie ich bin und muss mich nicht verbiegen. Jeder respektiert jeden so wie er ist. Ich denke, das ist etwas Besonderes im Team. Jeder kann er selbst sein ohne dafür verurteilt zu werden. Und ich glaube, das ist der Grund, weshalb wir so erfolgreich sind.“

– Michael Matthews
Einzigartiges Erfolgsgeheimnis: Der Teamspirit von Team Sunweb

Neben guter Betreuung und einem guten Teamspirit ist das Training der Fahrer natürlich ein entscheidender Punkt. Bei den meisten ist der Ablauf des täglichen Trainings der gleiche. Morgens aufstehen, frühstücken, ROX 12.0 an den Lenker drehen und los geht’s. Das Live-Feedback vom Bike Computer ist sehr wichtig für die Fahrer, erklärt Hendrik Werner. Denn es macht objektiv messbar, was sie tun und steht gleichzeitig im Abgleich zu dem, wie sie sich gerade fühlen. Dennoch hat jeder Fahrer seine individuellen Trainingsmethoden und -vorlieben. Der Niederländer Edward Theuns versucht beispielsweise so oft wie möglich sein Training mit dem Treffen von Freunden zu verbinden und verabredet sich für eine gemeinsame Radtour. Die deutsche Meisterin Liane Lippert trainiert dagegen Zuhause am Bodensee meistens allein und macht nach der Saisonpause zusätzlich gezieltes Stabilisations- und Krafttraining für Arme, Rücken und Rumpf.

„Das ist auch ziemlich wichtig ist für uns Radsportler. Ansonsten ist mein Radtraining immer unterschiedlich lang und intensiv, von zwei bis zu fünf Stunden.“

– Liane Lippert
Liane Lippert während des Trainingscamps 2018

Tom Dumoulin schätzt beim Training die Abwechslung und die Balance zwischen individuellen Fahrten und Fahrten in der Gruppe.

„Ich mag es in der Gruppe zu trainieren, aber nicht jeden Tag. Manchmal habe ich individuelle Trainings, die ich machen muss und die besser alleine funktionieren. Und eine Fahrt ist auch alleine schön. Einfach alleine mit sich selbst und den eigenen Gedanken zu sein. Das kann sehr cool sein.“

– Tom Dumoulin
Mag im Training die Balance: Tom Dumoulin

Und was macht ein Team Sunweb Fahrer typischerweise nach seinem Training, fragten wir uns. Nikias Arndt verrät:

„Nach dem Training ist es wichtig, dass man dem Körper die Möglichkeit zum Regenerieren gibt. Ich gönne mir zum Beispiel gerne einen Recovery-Shake oder eine Kleinigkeit zu essen. Nachmittags bin ich dann öfters beim Physiotherapeuten für eine Massage. So bleibt der Körper im Gleichgewicht.“

– Nikias Arndt
Nikias Arndt nutzt zur Regenration nach dem Training gerne Recovery-Shakes und Massagen beim Physiotherapeut

Verständlich, denn Massagen beschleunigen die Regeneration­, indem sie die Durchblutung von Haut und Musku­latur steigern sowie Verspannungen und Verhärtungen lösen. Liane Lippert lädt meistens direkt nach dem Training ihre Trainingsdaten vom ROX 12.0 ins DATA CENTER und wirft selbst einen Blick auf ihre gefahrenen Werte. Zusammen mit ihrem Coach analysiert sie die Daten, um daraus die nächsten Schritte für ihr Training abzuleiten.

Wenn Team Sunweb auf 2018 zurückblickt, dann war die »Tour de France« und Tom Dumoulins Zweitplatzierung das große Highlight, an das man sich lebhaft und gerne zurückerinnert. Man merkt schnell, dass Tom Dumoulins Ergebnis als Teamleistung angesehen wird, zu der jeder mit seinem individuellen Einsatz und seiner Unterstützung beigetragen hat. Nikias Arndt erzählt begeistert:

“Wir hatten einfach eine wirkliche geile Tour! Wir hatten von Anfang bis Ende eine gute Atmosphäre im Team und hatten Spaß zusammen. Klar haben wir das ernst genommen und hatten auch das Ziel vor Augen. Aber am Ende dann tatsächlich mit dem 2. Platz nach Hause zu gehen, war für uns alle ein Highlight.“

– Nikias Arndt
Die Teamaufstellung zur Tour de France 2018

Wir finden, so kann es weitergehen. Und wie steht es um 2019? Auf was freuen sich die Fahrer von Team Sunweb am meisten? Was sind ihre persönlichen Ziele und was wird die größte Herausforderung? Allgemeine Ziele sind natürlich wieder gute Platzierungen bei großen Touren und den Klassikern unter den Radrennen. Tom Dumoulin hat sich sogar ein noch höheres Ziel gesetzt.

„Unser Fokus wird für 2019 der Giro d’Italia sein. Eigentlich hatten wir die Tour de France im Kopf, aber der Giro hat dieses Jahr eine so schöne Strecke, das wir uns umentschieden haben. Ich liebe Italien, ich liebe die Strecke und ich liebe das Rennen. Deshalb wird der Giro mein Hauptziel für dieses Jahr sein. Und danach wird es wahrscheinlich sein, dass ich auch die Tour de France fahre und wie letztes Jahr versuche, dort den Sieg zu holen.“

– Tom Dumoulin

Aber auch die persönliche Weiterentwicklung und Teamfragen stehen im Fokus. Liane Lippert ist vor allem auf die neuen Fahrerinnen des Women’s Team gespannt.

„Wir haben ja vier neue Fahrerinnen und ein ziemlich junges Team. Es ist schön, den anderen die Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit gesammelt hat, mitzuteilen. Ich bin wirklich gespannt und bin sicher, dass wir wieder ein erfolgreiches Jahr zusammen haben werden.“

– Liane Lippert
Das Frauenteam von Team Sunweb in den neuen Trikots von 2019

Das eine große, besonders herausfordernde Rennen gibt es allerdings nicht, findet Hendrik Werner.

„Irgendwo hat jedes Rennen auf seine Art und Weise seine Eigenheiten. Und vor allem ist ja Kontrolle eine Art Illusion und jedes Rennen kommt halt wie es kommt. Deshalb ist es umso wichtiger, wie wir dann auf verschiedene Ereignisse reagieren. Und deshalb würde ich sagen, dass jedes Rennen für sich zählt.“

– Hendrik Werner

Team Sunweb konnte bereits mit dem Start in die Saison 2019 weitere Erfolge vorweisen und wir sind gespannt, welche Siege wir noch gemeinsam dieses Jahr erreichen können. Am Samstag, den 11. Mai, startet der Giro d’Italia und wir sind gespannt, ob Tom und das Team ihre Ziele verwirklichen können.

Michael Matthews Sieg bei der Volta Catalunya 2019