Technik

MTB im Laufe der Zeit

Morgens, 6 Uhr im Nordosten Bayerns: Das Fichtelgebirge zeigt sich von seiner schönsten Seite. Hier werden die Fullys für den Tag vorbereitet und für das nächste Training fit gemacht. MTB erlebt immer noch einen Boom in Deutschland. Laut Statista besitzen im Jahr 2020 79,1 Millionen Menschen in Deutschland ein Fahrrad, davon mehr als zwölf Millionen ein Mountainbike. Seit den 90er-Jahren hat sich einiges geändert und der Sport erlebte eine technische Evolution, das bestätigt auch Tom Wickles vom Radhersteller Ghost.

Die Technik in den 90er-Jahren am Mountainbike steckte natürlich noch in den Kinderschuhen und war von vielen Experimenten geprägt.

Wickles erinnert sich, dass vor allem immer wieder Entwicklungen aus dem Motorradbereich Einzug hielten. Während heute vollgefederte Räder mit Scheibenbremsen und robusten, aber leichten Anbauteilen die Regel sind.

Leicht, aber leistungsfähig

Seit den 90er-Jahren hat sich die Technik am Mountainbike erheblich verändert.

Der Weg dahin ging natürlich nicht über Nacht. Waren damals Räder mit Federgabeln noch eine Seltenheit, waren dafür aber Schaltungen mit 3×7, später 3×8 oder 3×9 Gängen die Regel. Im Laufe der Zeit haben sich aber nicht nur die Anbauteile verändert. Carbon hielt mehr und mehr Einzug nach bedenklichen Leichtbauversuchen. In den 90ern wurden die Räder dann aber Stück für Stück leichter, obwohl die Leistungsfähigkeit stieg.

Langsamer Fortschritt

Am Olympiarad von 2012 sind noch ganz klare Anleihen von den Urahnen zu erkennen. Immer noch mit Umwerfer vorne, wenn sich auch die Anzahl der Kettenblätter auf zwei reduziert hat, dafür gab es hinten zehn Ritzel. Eine vom Lenker blockierbare Federgabel war ebenso längst Standard wie hydraulische Scheibenbremsen. Aber das Bike rollte immer noch auf 26“ Rädern.

Verglichen mit heute aber erscheint das Rad mit seiner ungewöhnlichen Sitzposition, sehr schmalen Reifen und superschmalem Lenker kaum mehr einer heutigen Weltcupstrecke gewachsen – und das Rad ist keine zehn Jahre alt.

2021: Das Raumschiff unter den Bikes

Die Veränderungen am Bike bedeuten auch eine Veränderung im Fahrstil.

Demgegenüber sieht das Bike aus der Saison 2021 wie ein Raumschiff aus – 29“ Laufräder, vorne kein Umwerfer, moderne Geometrie mit extrem kurzem Vorbau und breitem Lenker und mit Teleskopsattelstütze. Carbon kommt dabei überall zum Einsatz. Breite Reifen mit Reifeneinlagen sind heute der Stand der Technik, bis zu 20 Mal pro Runde wird die Stütze abgesenkt. Flache Lenkwinkel und 100-120 mm Federweg vorne und hinten, erlauben einen viel aggressiveren Fahrstil, aber auch deutlich schwierigere Strecken. Der Vergleich des 90er-Jahre Alubikes, das als Urahn des heutigen Lector FS dient, ist kaum mehr als ein Sportgerät der gleichen Disziplin zu erkennen.

20 Jahre Veränderung

In den letzten 20 Jahren gab es also einige Veränderungen, dies bestätigt auch Tom Wickles. Für ihn persönlich sind die Teleskopstützen im XC, aber auch der breite Einsatz eine der größten Veränderungen. Dabei wurden die Bremsen besser und die Schaltgewohnheiten haben sich geändert.

Die Möglichkeit, in jeder Abfahrt zu entspannen und bei der Geometrie weniger Kompromisse eingehen zu müssen, macht das für mich zu einer der größten Entwicklungen der letzten 20 Jahre.

Auch die Rennstrecken wurden in den letzten 20 Jahren deutlich schwieriger, aber auch die Rundenlänge und Topografie einer Runde haben sich komplett geändert. Waren Renndauern über zwei Stunden vor 15 Jahren noch normal, dauert heute kaum ein Weltcup über 75 Minuten. Dabei wurden die Strecken natürlich zuschauerfreundlicher, die Runden kürzer und auch spektakulärer. In den letzten Jahren ging die Entwicklung der Räder im Gleichschritt mit dem Anspruch der Strecken. Selbst das Rad aus London 2012 wäre heute chancenlos auf einem durchschnittlichen Weltcupkurs.

SIGMA begleitet die Veränderungen

Auch SIGMA passt sich der Veränderung an und hat mit dem ROX 12.0 ein multifunktionales Gerät auf dem Markt.

Zum Beispiel konnte der BC 1200 aus dem Jahr 2000 neben den Geschwindigkeits- und Distanzwerten, wie aktuelle Geschwindigkeit, maximale Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit sowie Tages- und Gesamtkilometer. Ebenfalls schon die Trittfrequenz, Uhr- und Fahrzeiten sowie die Auswahl zwischen Rad 1 und 2.

ROX 12.0: Über 150 Funktionen

Heute ist unser ROX 12.0 vollgepackt mit über 150 Funktionen, neben den typischen Werten, die von einem Bikecomputer erwartet werden und mittlerweile über GPS gemessen werden, gibt es mittlerweile extrem viele Optionen, seine Leistungsdaten wie Watt- und Pulswerte auszulesen.
Darüber hinaus gibt es nun auch eine Vielzahl an Möglichkeiten der Navigation sowie auch Höhenprofile und Anbindungen an Apps wie Strava und Komoot sowie an unsere eigene Sigma Cloud.

Für uns war die ROX-Serie ein Meilenstein, denn die Trainingsdaten sind natürlich unfassbar wichtig in der Trainingssteuerung und Gestaltung. Heute quasi von überall die Daten mit dem Smartphone bereits auf dem Rennplatz oder Heimweg auswerten zu können, war vor wenigen Jahren undenkbar.

– Tom Wickles, Ghost

Aber auch mit unserer Powerleuchte, der Akkubeleuchtung KARMA PRO, kam das Thema Nightrides Mitte der 2000er auf. Diese sind spätestens mit Erscheinung unserer BUSTER Serie bei vielen MTBlern nicht mehr wegzudenken. Mit unserer BUSTER 2000 kann man auch noch nach Sonnenuntergang ewig weiterfahren und die taghell-beleuchteten Trails genießen. Das Thema Connectivity wird auch bei der Beleuchtung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die ersten Schritte wurden bereits mit einer Fernbedienung am Lenker gemacht. In Zukunft werden sicher noch andere Konzepte der Connectivity umgesetzt.

Morgens, 6 Uhr im Fichtelgebirge. Das Fully ist ausgestattet mit dem ROX 12.0. Es geht wieder raus in die frische Morgenluft, neue Trails erkunden und das Gefühl von Freiheit erleben. Denn bis der Radcomputer der Zukunft entwickelt wurde, so lange wird weiterhin Fahrrad gefahren. Das Wichtigste ist nämlich der Spaß am Sport und der Natur.

www.sigmasport.com

www.ghost-bikes.com